Unterweisung 30

1. In den Unterweisungen, die ich euch gebe, habe ich euch Volk Israels oder Same Jakobs genannt, und in dem Maße, in dem ihr meine Lehren allmählich versteht, seid ihr euch bewusst geworden, dass ihr geistig zum Geschlechte jenes alten Volkes gehört, auserwählt unter den Nationen der Erde, um den Auftrag zu erfüllen, der Menschheit meine Offenbarungen zu übermitteln.
2. Der Same, den ich Jakob anvertraute, betrifft den Geist und nicht den Körper, wie die Menschen fälschlicherweise angenommen haben. Denn ich sage euch: Wenn das Erbe, das die ersten Patriarchen Israel vermachten, körperlich gewesen wäre, würde es noch immer Propheten, Sendboten und Erleuchtete hervorbringen. Stattdessen, seht wie jenes Volk Ketten geistigen und materiellen Elends an sich trägt, wobei es weiß, dass es das Kommen eines Messias nicht mehr erhoffen kann, weil es begriffen hat, dass Jener, welcher ihm verheißen war, im Schoße ihres Volkes gelebt hat und nicht erkannt wurde.
3. Der Geist Israels als Rasse ist eingeschlafen, in einen Traum versunken, der schon Jahrhunderte währt, und es kann die Wahrheit nicht schauen, weil es nur für die Freuden der Welt gelebt hat, in der Erwartung, hier sein gelobtes Land, sein Gericht und seine Herrlichkeit zu erlangen. Doch denkt nicht, dass sein Schlaf ewig sein wird. Nein, jetzt, da das Elend, der Schmerz und die Erniedrigung als ein neuer Leidenskelch von jenem Volke getrunken worden ist, beginnt sein Geist zu erwachen und sich durch Nachdenken zurechtzufinden und dabei entdeckt er allmählich, dass alle Prophetien und Zeichen, die ihm das Kommen des Messias angekündigt haben, sich treulich in Christus erfüllten.
4. Nicht ferne ist sein Erwachen in der umfassendsten Weise; schon naht sein geistiger Tagesanbruch. Aber zuvor wird er erleben, wie sich der Materialismus der Menschheit aufgrund seiner ehrgeizigen Bestrebungen, seiner Selbstsucht und seiner niederen Leidenschaften zerstört.
5. Wenn sich jenes Volk davon überzeugt, dass das Reich des wahren Friedens und der Gnade nicht auf der Erde ist, dann wird es Christus suchen, den Verstoßenen, den Verkannten, und Ihm sagen: Meister, Du hattest Recht, die Freiheit ist nur in denen, die die Vergeistigung lieben. Denn wir, die die materiellen Güter erstrebt haben, haben damit nur erreicht, Sklaven zu werden.
6. Wenn aus jenen Herzen dies Bekenntnis zu mir aufstiegt, werde ich unter ihnen meine neuen Propheten erscheinen lassen, die ihnen helfen werden, sich auf dem Wege der Vergeistigung zuzurüsten, welcher der ihrer Befreiung sein wird. Wundert euch nicht, dass es jenen, die in ihrer Entwicklung durch Jahrhunderte stehengeblieben sind, in kurzer Zeit gelingt, den Weg zurückzulegen, für den andere, die ihnen vorangegangen sind, so lange Zeit brauchten, und dass sie dieselben sogar überholen. Vergesst nicht, dass viele von ihnen einen Geist besitzen, der von den ersten Zeiten an zur Erde gesandt wurde, und dass, wenn einmal ihre Sühne zum Abschluss gebracht ist, sie wieder ihren Platz unter den vom Herrn Auserwählten einnehmen werden, um ihren Brüdern aus allen Nationen das Licht zu bringen.
7. Wenn die, welche den Namen Israel aufgrund ihrer Rasse tragen, mit denen, die es durch den Geist sind, auf dem gleichen Wege zusammentreffen, werden sich beide vereinen, da sie erkennen, dass sie beide zu jenem gesegneten Samen gehören, der durch die Propheten, durch die Patriarchen der Ersten Zeit empor spross, und der mit dem Blute des Erlösers begossen wurde, um in dieser Zeit des Lichtes, in der ihr mir zuhört, zu erblühen. Jetzt habt ihr mich im Geiste bei euch, auch wenn ihr manchmal daran zweifelt und sagt: Wie kann ich glauben, dass der Meister mit uns in Verbindung steht und hierfür einen so unvollkommenen und armseligen Mittler verwendet? Doch es ist nicht das erste Mal, dass ihr an meiner Gegenwart unter euch zweifelt; auch in der Zweiten Zeit sagten die Menschen: Wie kann der Sohn des Zimmermanns der erwartete Messias sein?
8. Meine Kinder, in meine hohen Ratschlüsse könnt ihr nicht eindringen. Doch jetzt, da ich euch die Geheimnisse aufkläre, die ihr nicht begriffen habt – öffnet eure Sinne und eure Herzen, damit ihr den tieferen Sinn vieler göttlicher Kundgebungen erfahrt, soweit euer Herr es euch zu offenbaren für gut hält.
9. Als in der Zweiten Zeit unter meinen Jüngern oder unter den Scharen, die mir folgten, jemand fragte, ob ich vielleicht zu euch zurückkehren würde, hatte ich keinen Grund, es ihnen zu verheimlichen, und ich erklärte ihnen, dass meine Rückkehr in einer Zeit großer Prüfungen für die Menschheit sein würde, welcher große Ereignisse und Umwälzungen auf den verschiedenen Gebieten eures Lebens vorausgehen würden.
10. Jenes Versprechen, das ich euch gab, habe ich erfüllt, denn keines der vorausgehenden Zeichen hat gefehlt, ebenso auch keines der angekündigten Ereignisse. Trotzdem hat die Menschheit, in geistige Lethargie versunken, die Zeichen meiner Gegenwart unter den Menschen unbeachtet vorübergehen lassen.
11. Niemand erwartete mich, ich fand eure Herzen kalt, erloschen die Lampe der Liebe. Ihr schlief einen mehrere Jahrhunderte währenden Schlaf. Nur einige wenige erwachten beim Rufe des Boten des Herrn, der sich euch nahte, um euch zu verkünden, dass ich an eure Herzenstüren pochte.
12. Meine erste Kundgabe fand eines Nachts statt, während die Menschen schliefen, gleich wie in jener Nacht, in der ich Mensch wurde, um unter euch zu leben. Wann es wenige waren, die mich bei jener Gelegenheit empfingen, so waren es noch weniger, die bei meinem neuen Erscheinen zugegen waren. Doch fasst meine Worte nicht als einen Vorwurf auf, denn es ist keiner: Ich bin die vollkommenen Liebe, die euch immerdar belebt.
13. Ich bin gekommen, euch den Weg vorzuzeichnen, der euch inmitten dieses weiten Meeres von Schlechtigkeit zu eurer Erlösung führen soll. Doch Monate und sogar Jahre sind seit dem Augenblick meiner ersten Kundgabe vergangen, und seit damals sind die Wanderer – einer nach dem andern – auf der Suche nach der Gegenwart des Meisters herbeigekommen, und heute sind es nicht einige wenige, die bei meinen Kundgebungen anwesend sind, jetzt bilden sie große Menschenmengen.
14. Glaubt nicht, dass alle, die mir zuhören, von dieser Wahrheit überzeugt sind. Nein. Während für einige dies Werk das Größte ist, was ihr Herz beseelt, ist es für andere etwas, das sie nicht begreifen können, und dann richten sie, analysieren und forschen sie, und wenn sie die Wahrheit nicht in der Form finden, in der sie diese wünschen, verlangen sie von mir Beweise, um zu glauben, ebenso wie Thomas tat. Darauf habe ich ihnen gesagt: Stellt mich nicht auf die Probe, ich gebe euch genug Beweise von meiner Gegenwart, von meiner Wahrheit und meiner Liebe. Doch sie bestehen auf ihrer Forderung und sagen: Wenn der Meister in der Zweiten Zeit, als Er bereits im Geiste war, sich vor Thomas materialisierte, um seinem Unglauben einen Beweis zu geben, warum tut Er jetzt nicht uns, den Ungläubigen, den Gefallen, sich vor uns zu materialisieren, und sei es auch nur für einen Augenblick?
15. Ja, meine Kinder, ihr hättet Recht, mich um Beweise zu bitten, wenn eure Unmündigkeit der Wirklichkeit entspräche und eure Unwissenheit wahr wäre. Aber ihr tragt einen entwickelten Geist in euch, der keine materiellen Beweise braucht, um zu glauben. Was ihr tun müsst, ist, euch zu entmaterialisieren , dann werdet ihr euch bewusst werden, dass ihr fähig seid, meine neuen Unterweisungen zu verstehen, und dass es nicht nötig ist, dass ich meine Gegenwart materialisiere.
16. Glaubt an mich aufgrund des geistigen Sinnes meines Wortes, er ist klar und wird euch nicht in Verwirrung bringen. Erinnert euch, dass ich euch schon seinerzeit sagte: „Der Baum wird an seiner Frucht erkannt“. Jetzt sage ich euch: Mein Wort wird an seinem geistigen Sinn erkannt werden.
17. Oftmals haben sich die Menschen gefragt, warum Jesus, selbst nachdem er gekreuzigt worden war, sich von der Sünderin Magdalena sehen ließ und hernach seine Jünger aufsuchte, man hingegen nichts davon weiß, dass Er seine Mutter besucht hätte. Darauf sage ich euch, dass es nicht notwendig war, mich bei Maria in der gleichen Weise kundzutun, wie ich es bei jenen tat. Denn die Verbindung zwischen Christus und Maria bestand schon immer, schon ehe die Welt war.
18. Durch Jesus offenbarte ich mich der Menschheit, um Sünder zu retten, und ich ließ mich nach der Kreuzigung von ihnen betrachten, um den Glauben derer zu beleben, die mich benötigten. Doch wahrlich, ich sage euch, Maria – als Mensch meine liebevolle Mutter – brauchte sich von keiner Befleckung reinzuwaschen, und sie konnte auch gar keinen Mangel an Glauben haben, weil sie wusste, wer Christus war, noch bevor sie Ihm ihren mütterlichen Schoß darbot.
19. Es war nicht nötig, meinen Geist zu vermenschlichen, um jene zu besuchen, welche mit der gleichen Reinheit und Sanftmut, mit der sie mich in ihrem Schoße empfing, mich dem Reiche zurückgab, von dem ich gekommen war. Doch wer konnte die Form kennen, in der ich in ihrer Einsamkeit zu ihr sprach, und die göttliche Liebkosung, mit der sie mein Geist umgab?
20. So antworte ich denen, die mir diese Frage gestellt haben, weil sie häufig dachten, dass der erste Besuch Jesu seiner Mutter hätte gelten sollen.
21. Wie verschieden musste die Form, in der ich mich Maria kundtat, von derjenigen sein, die ich verwandte, um mich Magdalena und meinen Jüngern fühlbar zu machen.
22. Maria fühlte mich in ihrem Geiste. Maria trauerte nicht um mich, noch beweinte sie den Tod Jesu. Ihr Schmerz galt der ganzen Menschheit, welche sie zu Füßen des Kreuzes ihres Sohnes als ein göttliches Geschenk des Ewigen empfing, und für die sie die Reinheit ihres Körpers und ihres Blutes dargeboten hatte, damit Das Wort Mensch würde.
23. Als ich jedoch auf dem Wege nach Emmaus einige meiner Jünger einholte, erkannten sie, obwohl sie mich sahen, in jenem Wanderer ihren Meister nicht, bis ich mein göttliches Wort hören ließ. Und als Thomas mich sah, ließ er sich die Wunde an meiner Seite zeigen, um sich zu überzeugen, dass Jener, den er für tot hielt, in Wirklichkeit lebte. Dann dazu bin ich gekommen: zu bewirken, dass die einen zum Glauben geboren werden und die andern wieder zu ihm auferstehen.
24. Heute wollte ich euch nicht nur meine Botschaft offenbaren, sondern euch auch die beste Form lehren, sie bekannt zu machen.
25. Während der Zeit meines Predigens habe ich eurem Geist in seiner Entwicklung beigestanden, indem ich Härte beseitigte, Charaktere milderte, die Jünger erweckte, damit sie ihr Herz der Nächstenliebe, der Erfüllung meines Gebotes widmen sollten, das ich euch so oft wiederholt habe, wenn ich euch sagte: „Liebet einander“. Doch obwohl die Zeit, in der ihr darangeht, mein Wort zu verbreiten, noch nicht gekommen ist, weil ihr nicht die nötige Zurüstung erlangt habt, habe ich all jenen, die aus dieser Quelle der Gesundheit, der Moral und des Lebens trinken, zugebilligt, dass sie meine göttlichen Lehren auszuüben beginnen, damit sie sich schulen und für den kommenden Kampf stählen, um mit ihren guten Werken neue Herzen zu überzeugen, die später auch Arbeiter und neue Sämänner auf der Feldern des Herrn sein werden.
26. Heute sehe ich, dass, während einige allzu furchtsam und verschwiegen sind, andere sich stattdessen prahlerisch aufführen. Doch ich will nicht, dass ihr in eines dieser Extreme fallt. Ich will nicht, das die Furcht vor den Urteilen eurer Nächsten bewirkt, dass ihr euch versteckt, denn damit würdet ihr beweisen, dass euch das Vertrauen in meine Unterweisung fehlt, und wenn ihr keinen Glauben an die Macht habt, die der Same enthält, den ihr weiterreichen wollt – wie wird da die Ernte eurer Saat sein?
27. Fürchtet jedoch, dass euer schlechtes Benehmen euch bei euren Brüdern schadet. Aber solange ihr Reinheit in eurem Leben habt, sollt ihr würdig auftreten, mein Wort predigen und eure Mitmenschen mit meiner Unterweisung bekanntmachen.
28. Prahlt nicht mit euren Gaben und euren Erkenntnissen der Wahrheit, die ihr habt. Ich sage euch, wenn ihr dies tun würdet, würdet ihr euch der Gefahr aussetzen, durch eure Brüder großen Prüfungen unterworfen zu werden.
29. Ich habe euch mein Wort nicht gegeben, damit ihr es auf Straßen und Plätzen verkündet. Jesus tat dies zwar; aber Er wusste auf jegliche Frage zu antworten und diejenigen einer Prüfung zu unterziehen, die Ihn zu prüfen versuchen.
30. Ihr seid klein und schwach, deshalb dürft ihr nicht den Zorn eurer Brüder herausfordern. Versucht nicht, die Aufmerksamkeit auf euch zu lenken, denkt, dass ihr nicht Besonderes habt. Strebt auch nicht danach, den Menschen zu beweisen, dass sich alle im Irrtum befinden und dass nur ihr die Wahrheit kennt; denn auf diese Weise werdet ihr nichts Gutes mit eurer Saat erreichen.
31. Wenn ihr euch geistig und sittlich entwickeln wollt, so richtet nicht die Fehler eurer Brüder, um nicht in den gleichen Irrtum zu fallen. Verbessert eure Unvollkommenheiten, betet demütigt zu eurem Meister, damit ihr euch von seiner Sanftmut inspirieren lasst, und erinnert euch an seinen Rat, niemals eure guten Werke bekannt zu machen, so dass eure linke Hand nie erfährt, was die rechte getan hat.
32. Auch sage ich euch, dass es nicht nötig ist, die Menschen aufzusuchen, um zu ihnen über meine Lehre zu sprechen; denn meine Barmherzigkeit wird euch die eurer Hilfe Bedürftigen zuführen. Doch falls es Augenblicke gibt, in denen ihr in Erfüllung meines Gesetzes das Bedürfnis fühlen solltet, ein Werk der Nächstenliebe zu tun, und ihr in eurer Nähe kein Bedürftigen habt, so werdet deshalb nicht bekümmert und zweifelt nicht an meinem Worte. Dies wird gerade die Stunde sein, in der ihr für eure abwesenden Brüder beten sollt, welche meine Barmherzigkeit empfangen werden, wenn ihr wahrhaft Glauben habt.
33. Strebt nicht danach, mehr als eure Brüder zu wissen. Versteht, dass ihr alle die eurer Entwicklung gemäße Erkenntnis erlangt. Wenn ich euch mein Licht gewähren würde, ohne dass ihr Verdienste hättet, würdet ihr euch groß dünken und in eurer Eitelkeit verderben, und eure Weisheit wäre falsch.
34. Ich will euch demütig sehen. Doch um es vor mir zu sein, müsst ihr es auch gegenüber euren Nächsten bekunden.
35. Jünger, die Liebe und die Weisheit sind niemals getrennt; das eine ist Teil des andern. Wie kommt es, dass manche bestrebt sind, diese beiden Tugenden zu trennen? Beide sind der Schlüssel, der die Pforten des Heiligtums öffnet, das euch ermöglichen wird, zur vollen Erkenntnis meiner Lehre zu gelangen.
36. Ich habe euch gesagt: Wollt ihr viele Freunde haben? – Dann macht Gebrauch von der Güte, der Zärtlichkeit, der Duldsamkeit und der Barmherzigkeit. Denn nur mit Hilfe dieser Tugenden wird euer Geist auf dem Pfade seiner Nächsten erstrahlen können, da sie alle unmittelbarer Ausdrücke der Liebe sind. Denn der Geist birgt in seinem innersten Wesen die Liebe, da er göttlicher Funke ist, und Gott Liebe ist.
37. Mit meiner Unterweisung forme ich euch geistig, damit ihr an dem geistigen Festmahle teilnehmt, bei dem ihr die Speisen der Weisheit geistigen Festmahle teilnehmt, bei dem ihr die Speisen der Weisheit und der vollkommenen Liebe genießen könnt.
38. Versteht dass es eure Bestimmung ist, zu leben, wie ich es euch lehrte, das heißt in der Demut, in der Liebe, in der Vergeistigung, und dass ihr dabei durch euer Wesen einen unerschöpflichen Strom von Nächstenliebe fließen lasst.
39. In meiner Unterweisung zeige ich euch einen weiten Horizont, und wenn ihr euer Leben ähnlich dem gestaltet, welches das meine war, so seid versichert, dass ihr in mein Reich, zur wahren Ruhe kommen werdet.
40. Mein Werk sichert euch das ewige Glück in eurem Geiste. Habt ihr nicht in eurem Herzen eine süße und harmonische Stimme vernommen, die jedes Mal zu euch spricht, wenn ihr etwas Gutes tut, wenn ihr einen Trost spendet, oder wenn ihr großmütig Verzeihung gewährt? Wer ist Jener, der so in eurem Innern zu euch spricht und eure Güte belohnt? Es ist euer Meister, der sich nicht von seinen Jüngern trennt.
41. Mit diesen Unterweisungen mache ich euch verständlich, dass die Tugenden die einzigen Güter sind, die euren Geist schmücken können. Auch sage ich euch, dass ihr die Irrtümer, die Verfehlungen und die bösen Gefühle mit Lumpen vergleichen könnt, mit denen ihr zuweilen euren Geist bedeckt. Ich will euch rein und geschmückt sehen, denn mit Lumpen des Elends werdet ihr im universellen Palaste eures Vaters nicht glänzen können.
42. Die guten Werke sind das kristallklare Wasser, mit dem sich die Geister reinigen. Macht Gebrauch davon!
43. Ich spreche so zu euch, damit ihr begreift, dass ihr außerhalb eures Reiches seid, und dass ihr zu ihm zurückkehren müsst; denn Gott erwartet euch.
44. Ich will aus jedem Menschen einen Apostel machen und aus jedem Apostel einen Meister. Denn ich liebe euch mit unendlicher Liebe, und bevor ein einziger von euch verloren geht, würde ich lieber auf meinem Geiste allen schmerz fühlen, der in der Menschheit vorhanden ist und vorhanden war.
45. In eurem Herzen sagt ihr mir: Meister, so sehr liebst Du uns? Doch ich sage euch, dass ihr meine Liebe noch nicht begreifen könnt, dass euch aber genügen soll, zu wissen, dass jedes Kind, das zu Gott zurückkehrt, ein Schatz ist, der zum Vater zurückkommt. Ich muss euch darauf aufmerksam machen, dass alles in den Schoß Gottes zurückkehren wird. Alle Früchte, die aus dem schöpferischen Samen hervorgegangen sind, werden in seine Kornkammer zurückkehren.
46. O geliebte Jünger, arbeitet an euch, damit ihr euch mit starkem Glauben danach sehnt, zum wahren Tempel zu gelangen, welcher durch meine Barmherzigkeit in eurem Innern errichtet ist. Denn dort werdet ihr mich finden, und ich werde euch auf eurem Entwicklungswege zu mir begleiten.
47. Ich bin es, der euch führt, denn ich bin vollkommen. Ich weiß immer, wohin ich gehe und wohin ich euch bringe. Ich bin der Gute Hirte, der euch behütet, euch liebkost und euch in solcher Weise liebt, dass ich nicht einen Augenblick zögerte, euch mit meinem Opfer am Kreuze die Lehre zu geben, die euch zum wahren Leben führen wird.
48. Die Menschen glaubten, wenn sie Jesus das Leben nähmen, würden sie meine Lehre vernichten, ohne zu wissen, dass sie damit an meiner Verherrlichung mitwirkten.
49. Ich bin zur Menschheit zurückgekehrt und werde mich in diesen Versammlungsstätten bis 1950 durch Menschen geringen Verstandes kundgeben, die durch mich für diese Aufgabe bestimmt sind. Während ich in dieser Form mit euch in Verbindung stehe, werde ich die Ankunft der Gelehrten erwarten, die mich befragen und leugnen werden.
50. Dies Wort, einfach und bescheiden in seiner Form, jedoch tief in seinem Sinn, wird die Gelehrten in ihrem Hochmut und in ihrer Eitelkeit wiederum verwirren und ihnen beweisen, dass die Lehre Christi, des Erlösers, niemand auslöschen kann, weil Er das Leben ist.
51. Niemand wird mit mir ein Ende machen können, ich erwache zu neuem Leben, so wie in jener Zeit auferstand, nachdem ein Volk mich aus seinem Schoße hinausgeworfen hatte und mich zu einem schmachvollen Tode verdammte. Doch wenn ich jetzt von neuem in dieser Welt erscheine, geschieht es, weil ich euch alle liebe.
52. O Gelehrte, Philosophen und Doktoren! Ihr werdet erfahren, dass ich euer Herr bin, wenn ihr herbeikommt, um mich zu erforschen, denn ihr werdet erleben, wie ich eure bösen und böswilligen Fragen beantworte, und ihr werdet bei meinen Gegenfragen verstummen. Doch wenn ihr reuig und verzagt seid, werde ich euch, ohne dass ihr mich um Beweise bittet, diese geben, und diese Beweise werden aus Liebe und Vergebung bestehen.
53. Ich bin der Einzige, der eure Konflikte lösen kann, der eure Krankheiten wahrhaft heilt, die Kinder liebkost und die Alten segnet, der, wenn Er zum Menschen spricht, dessen Geist liebkost und erleuchtet. Die Menschen und die Jahrhunderte werden vergehen, doch nicht mein Trinitarisch-Marianisches Geisteswerk. Wahrlich, ich sage euch, dieses Werk, welches mein Gesetz und meine Lehre ist, wird die Menschheit erleuchten. Zweifelt nicht an meiner Weisheit und fordert nicht länger meine Gerechtigkeit heraus. Wenn ich eure Herausforderung annähme, würde meinerseits ein schwacher Hauch meiner Naturgewalten genügen, um eure Wissenschaft und eure Theorien in Staub oder in Nichts zu verwandeln. Sucht mich nicht als Richter, sucht mich als Vater, denn ich bin Liebe.
54. O geliebtes Volk, dessen Aufgabe es ist, mein Wort unter den Menschen zu verbreiten, die heute durch ihren Materialismus versteinert sind – lernt, sie zu lieben, und habt immer Mitleid mit jenen, die meine Lehren der unendlichen Liebe nicht begreifen.
55. Verschließ eure Lippen der Klatscherei, dem Spott, dem Richten oder Kritisieren. Steckt dies zweischneidige Schwert in die Scheide, das zur Rechten und zur Linken verletzt, wenn ihr es schwingt. Wenn ihr in meinem Namen kämpfen wollt, so ergreift das Schwert der Liebe.
56. Schließt eure Lippen, damit sie nicht von neuem Lästerungen aussprechen oder Schande verursachen. Öffnet stattdessen eure Augen, damit ihr das Böse entdeckt und euch von ihm trennt. Doch verurteilt nicht eure Geschwister, die Menschheit, denn ihr gehört zu ihr und leidet an den gleichen Gebrechen. Wenn eure Lippen und euer Herz sich in den Wassern der Reue und der guten Werke reinigen, werden sie mit der Wahrheit meines Wortes zu sprechen beginnen, das ich euch eingeben werde.
57. Wenn ihr über meine Lehre sprechen würdet, ohne euch zuvor erneuert und zugerüstet zu haben, werdet ihr, statt den Glauben in den Herzen zu erwecken, nur den Spott derer empfangen, die von euren Fehlern unterrichtet sind. Wenn dagegen der Spott und die Kritik zu euren Herzen gelangen, nachdem ihr gewacht und gebetet habt, werden sie euch nicht zu verletzten vermögen, weil ihr euch bereits mit den Waffen geschützt habt, die ich euch gab, welche Geduld, Barmherzigkeit, Sanftmut und Liebe sind.
58. Seid demütig, dann werden jene, die euch lieben, dies in Wahrheit tun. Wenn ihr jene Zurüstung des Geistes und des Körpers nicht erreicht habt, wäre es besser für euch, nicht daranzugehen, mein Wort zu predigen, denn es wird euch dann nicht gelingen, mein Saatkorn mit der Reinheit zu säen, mit der ich es euch ausgehändigt habe, und immer wird es mit eurem Unvollkommenheiten vermischt sein. Bevor ihr sät, müsst ihr meine Lehre erforschen und sie studieren, damit ihr fähig werdet, meine Unterweisung zu verstehen und zu befolgen.
59. Wenn ihr den Schlag auf die rechte Wange hinzunehmen versteht, und zum Zeichen der Vergebung, der Liebe und Demut eurem Beleidiger die linke darbietet, dann könnt ihr darauf vertrauen, dass ihr meine Jünger zu werden beginnt. Erst wenn die Vergebung unter den Menschen in Erscheinung tritt, werden ihre brudermörderischen Kriege aufhören und die Einheit aller Nationen ihrem Anfang nehmen.
60. Mit diesen Unterweisung will ich verhindern, dass ihr eines Tages zu Heuchlern werdet, dass ihr von Liebe, selbstloser Hilfe und Vergeistigung redet und mit euren Werken gerade das Gegenteil tut. Ich sage euch dies, weil es unter euch manche gibt, die ausposaunen, dass sie mich lieben; doch in ihren Herzen ist keine Liebe zu ihren Brüdern.
61. Ich will, dass ihr im Geistigen und Materiellen aufrichtig seid, damit ich euch meine würdigen Kinder nennen kann. Denn andernfalls wird meine Stimme unversöhnlich zu eurem Geiste gelangen und euch Heuchler nennen, wie ich in der Zweiten Zeit die Sekte der Pharisäer nannte, die das lebende Abbild eines Grabmals waren – außen weiß angestrichen, poliert und mit Blumen bedeckt, aber in seinem Innern nur Fäulnis und Tod bergend.
62. Ich höre die, welche mir sagen: Meister, wir halten die Prüfung für sehr hart, die linke Wange jenem hinhalten zu müssen, welcher uns auf die rechte schlug. Trotzdem wollen wir jedoch deine Jünger sein.
63. O Volk, das beim Hören meines Wortes dasselbe immer in seinem materiellen Sinne auffasst, ohne innezuhalten, um es in seinem geistigen Sinn zu verstehen. Ich sage euch, dass ebenso, wie ihr auf die Wange geschlagen werden könnt, ihr in eurem Herzen, in moralischer Hinsicht, oder auch in eurem Geist verletzt werden könnt. Doch sollt ihr nicht glauben, dass diese Prüfung, die ich von euch verlange, die größte ist, die ihr ertragen könnt. In dieser Dritten Zeit fordere ich von euch ein wenig mehr, wenn ich euch in meinem Lehrwort frage: Wenn der Mörder eures Vaters sich von der menschlichen Justiz verfolgt sähe und an eure Türen klopfte, um euch um Schutz zu bitten, würdet ihr ihm Obdach gewähren, ohne ihn zu verraten, zum Zeichen der Vergebung?
64. Dies ist die Prüfung, die ich jetzt von all jenen verlange, welche in dieser Zeit Jünger des Heiligen Geistes sein wollen.
65. Wenn ihr diese Unterweisung zur Tat werden lasst – wahrlich, ich sage euch, ihr werdet euch einen hohen Lohn erarbeiten. Doch dürft ihr die Belohnung nicht erwarten, solange ihr auf dieser Welt seid. Noch einmal schärfe ich euch ein, nicht über die Handlungen eurer Brüder zu richten; denn so, wie euer Urteil wäre, wird eure Verurteilung sein. Überlasst mir die Sache, ob gerecht oder ungerecht, bekannt oder unbekannt, da ich euren Brüdern geben werde, was ihnen gebührt, und euch, was euch zukommt.
66. Seid demütig bei allen Handlungen eures Lebens, fühlt euch unwissend gegenüber der Klugheit eurer Mitmenschen.
67. Selig, wer sich zurüstet, denn er wird mich in Wahrheit hören. Selig, wer sich reinigt und den Geboten seines Herrn gehorcht, denn er wird mich sehen. „Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich“.

Mein Friede sei mit euch!