Unser Geist entsprang dem Schoss des Vaters. Wie konnte dann die Verwirrung geschehen?

Als unser Geist dem Göttlichen Geist entsprang, waren wir rein und ohne Flecken, doch wir mussten noch lernen, die göttliche Weisheit zu empfangen, indem wir vom freien Willen guten gebrauch machen.

Wir waren wie ein neugeborenes Baby. Unser Vater hätte uns als weise Geister erschaffen können, doch dann hätte unsere Entwicklung keinen Verdienst, denn die Weisheit wäre nicht bewusst erreicht worden.

Der Geist durfte von seinem Ursprung an über sich selbst entscheiden, im Sinne, ob er vorwärts schreiten, zurück gehen oder stehen bleiben wolle. Stehen bleiben oder zurück gehen ist nicht gut für den Geist , und dieses Übel wird er bedauern, wenn er sich darüber bewusst wird, dass andere über Fähigkeiten und Mächte verfügen, die ihnen grosse Genugtuung bringen und dass er dieselbe Gelegenheit gehabt hatte, diese zu entfalten und er dies nicht gemacht hat.

Nachdem ein Geist inkarniert ist, bleibt der freie Wille im Geist, nur, dass er jetzt noch einer anderen Prüfung erliegt, jener der Körpermaterie.

Geistige Lichtwelt: E. 53,34 Seht, ihr habt den freien Willen, besitzt den Willen und deswegen leidet ihr. Wie oft wolltet ihr unerbittlichen Gesetzen unterworfen sein, festen Gesetzen wie es die euch untergeordneten Wesen sind! Nein, meine Brüder und Schwestern, der Verdienst liegt gerade darin, euren freien Willen dem Gesetz unterzuordnen und eure Vernunft dem Gewissen. Der freie Willen und der Willen wurden euch gewährt, damit ihr dem Herrn ähnlich seid.

1.15.5. Warum folgte der Geist nicht von Anfang an der Stimme des Gewissens? Weil er es nicht hinreichend entwickelt hatte, um die Gebote zu verstehen und zu erfüllen, die es ihm eingab, und gleichzeitig die Triebe des Fleisches zu beherrschen. Der freie Wille und der Einfluss der Materie sind die Prüfungen, denen euer Geist unterworfen ist.

1.20.37. Was würde aus dem Geist, wenn er seines freien Willens beraubt wäre? In erster Linie wäre er nicht Geist, und deshalb wäre er kein Geschöpf, das des Höchsten würdig wäre; er wäre so etwas wie jene Maschinen, die ihr herstellt, etwas ohne eigenes Leben, ohne Intelligenz, ohne Willen, ohne Strebsamkeit.

Dass unser Gewissen sich ausdehnt, heisst weist nicht daraufhin, dass wir unsere Irrtümer gänzlich korrigiert und/oder wiedergutgemacht haben.