Unterweisung 208

1. Ihr seid mit dem Echo meines Wortes aufgewacht, und ihr seid aus fernen Ländern, Völkern und Landstrichen herbeigekommen, auf einem langen Weg (voller) Wechselfälle, mit dem Verlangen dem Meister zu begegnen. Und ihr habt erreicht, wofür ihr gekämpft und euch aufgeopfert habt, denn ihr seid zu Mir gelangt. Ihr habt den ersten Schritt getan auf dem Weg, der euch auf den Gipfel des Berges führen wird, wohin Ich euch vorausgegangen bin, um euch zu erwarten.

2. Ihr habt euer Herz aufgetan wie ein leeres Buch, damit Ich diese Lehre hineinschreibe. Einige haben Mir ihren Verstand dargeboten, auch in ihn habe Ich mein Wort hineingeschrieben in der Erwartung, dass das Herz empfänglich werde. Denn dieses Licht wird bis zum Geist durchdringen, wo es eine Wohnstatt finden wird, die es nie mehr verlassen wird.

3. Mein Wort war noch nie so klar und ausführlich wie in dieser Dritten Zeit, in der Ich es vermenschlicht habe. Mein Wort lässt euch das verstehen, was Ich euch in den vergangenen zwei Zeitaltern gegeben habe. Zwei Gebote, die Ich euch schon von Anfang an hinterlassen habe, beinhalten meine ganze Lehre: "Du sollst Gott von ganzem Herzen und ganzem Geist lieben, und deinen Nächsten wie dich selbst." Später hat Jesus euch gesagt: "Liebt einander", und jetzt setze Ich meine Unterweisungen fort, um mein Werk unter euch zu vollenden und so mein Versprechen zu erfüllen, zurückzukehren.

4. Ich bin in dieser Zeit nicht innerhalb irgendeiner Kirche erschienen, denn Ich kam im Verlangen nach dem Tempel, der in eurem Herzen ist. Die Feierlichkeit der Liturgien und die Pracht der religiösen Riten ziehen meinen Geist nicht an, noch stellen sie meine Kirche dar.

5. In der Zweiten Zeit erwarteten die religiösen Führer und die Priester, dass der Messias innerhalb der Kirche geboren würde. Ich kam allerdings nicht bei ihnen auf die Welt, denn Ich fand den Stall von Bethlehem reiner vor, ich fand bei den Hirten mehr Liebe und mehr Milde im kalten Winter. Das ist der Grund dafür, dass sich die Theologen jener Zeit irrten, und die Herrschenden Mich von meiner Geburt an bis zu meinem Tod verfolgten.

6. Heute geraten die Theologen erneut in Verwirrung angesichts meiner Wiederkunft, denn die Prophetien und Ankündigungen derselben sind nicht richtig ausgelegt worden.

7. Von Anfang an wurde mein Kommen in Frage gestellt, obwohl Ich euch Beweise gegeben habe, die Zeugnis für Mich ablegten. Auf diese Weise habe Ich im Herzen meines Volkes den Glauben aufgerichtet.

8. In der heutigen Zeit sind große Jüngerscharen entstanden; aber trotz ihrer Vielzahl erreichen sie nicht den Glauben und die Kraft, die jene Zwölf besaßen, die Mir in der Zweiten Zeit nachfolgten. Und was werdet ihr nach meinem Scheiden tun? Ihr alle wisst, dass Ich während der drei letzten Jahre der Lehre, die ihr mittels des menschlichen Verstandesvermögens erhalten werdet, weiterhin zu euch sprechen werde. Wenn ihr Mich wirklich verstehen würdet, würdet ihr die Gewissheit haben, dass Ich ewig bei euch bin, dass Ich ewig zu euch spreche. Doch welche unter euch bereiten sich zu, um meine göttliche Gegenwart zu fühlen und meine Stimme zu hören? Wer wird bis 1950, dem festgesetzten Zeitpunkt für mein Scheiden, die erforderliche Vergeistigung erlangen, um ohne Stimmträger mit dem Meister Zwiesprache zu halten?

9. Ich werde nicht beleidigt sein, wenn ihr Mir keine Altäre oder Blumen darbietet, oder wenn ihr Mir keine Lampen anzündet. Denn was Ich zu allen Zeiten im Herzen des Menschen gesucht habe, ist der geistige Altar.

10. Die Blumen sind die Opfergabe der Gärten und Auen, ihr Duft und Wohlgeruch gelangt zu Mir als eine Liebesgabe. Beraubt daher die Auen und Gärten nicht ihrer Liebesgaben. Zündet keine Lampen mehr an als die des Glaubens an meine Göttlichkeit. Denn das Anzünden von Öllämpchen wird euch nichts nützen, wenn eure Herzen finster sind.

11. Ihr habt es bis jetzt nicht vermocht, die vollkommene Lehre, die Ich euch offenbart habe, zu verstehen und noch viel weniger sie umzusetzen. Ihr Name Trinitarisch-Marianische Geistlehre sagt alles: geistige Erhebung, Anerkennung der Trinität göttlicher Kundgabe, und die Verehrung Marias, der göttlichen Zärtlichkeit.

12. Bevor das Jahr 1948 begann, sagte Ich euch durch zahllose Stimmträger: Macht euch bereit, denn ich werde eure geistigen Ausübungsformen verändern. Denn Ich will nicht, dass die Welt euch als schlechte Jünger beurteilt, die ihren Meister dazu gebracht haben, an ihren überflüssigen Bräuchen teilzuhaben. Ich habe euch mein vollkommenes Werk anvertraut, das ihr nicht durch eure Handlungsweisen Lügen strafen dürft. Jeder, der sich aufmacht, um Mir nachzufolgen, soll sein Kreuz tragen und die Wahrheit mit seinem ganzen Wesen weitergeben, so weit es ihm möglich ist und seine Fähigkeiten es erlauben. Ihr seid nicht immer zubereitet; wäret ihr es doch immer! Denn dann, wenn ihr es am wenigsten erwartet, kann sich eine Prüfung oder ein Notleidender einstellen, und da müsst ihr sogleich zur Stelle sein.

13. Für die Familienväter ist die Last des Kreuzes schwer. Denn nachdem sie der Welt die neuen Generationen gebracht haben, haben sie begriffen, dass dies nicht genügt, um ihre Aufgabe für beendet zu halten. Das Gesetz des Vaters für die ersten Menschen lautete: "Wachset und mehrt euch". Und in der heutigen Zeit, in der Ich eine große Entwicklung in menschlichen Geist vorfinde, sage Ich euch erneut: "Wachset und mehrt euch", aber nicht nur in der Materie, sondern im Geist, an Tugenden, in der Liebe. Dies ist das Gesetz von Anbeginn an bis zum Ende, das ihr erfüllen sollt, damit ihr befriedigt in meine Gegenwart gelangen und Mir sagen könnt: "Herr, siehe hier meine geistige und menschliche (Pflicht)erfüllung, hier ist meine Frucht."

14. Geliebtes Volk, die Zeiten erlauben euch nicht, stehenzubleiben. Die Naturkräfte, der Schmerz, der Krieg, die Konflikte und das Chaos sagen euch unablässig: "Erwacht und arbeitet!" Lasst euer Herz von diesem Weine erfüllt werden, welcher das Blut des Meisters ist, damit es als Leben und als Liebe auf eure Geschwister überströmt.

15. Seht, dass mein Wort von einem Vater kommt, der euch sucht, der euch liebt und korrigiert, der euch aufrichtet, wenn ihr stolpert und euch heilt, wenn ihr krank seid. Auch bin Ich an diesem Tage nicht gekommen, um euch Weisungen zu geben, sondern um euch einfach nur zu liebkosen. Ich werde alle eure Taten im Licht eures Gewissens deutlich machen, doch nicht die einen vor den anderen bloßstellen, denn Ich bin der Schleier, der euch vor euren Feinden verteidigt, damit ihr in der Stille die Stimme des inneren Richters vernehmt und euch daran erinnert, dass die Jünger Jesu den Namen ihres Meisters mit ihren Werken preisen sollen.

16. Ich spreche oft von meinem Abschied zu euch, wie Ich es bei meinen Aposteln der Zweiten Zeit tat: Jesus war umgeben von seinen Jüngern. Fast alle waren älter als der Meister. Während einige im mittleren Lebensalter standen, waren andere bereits in vorgerücktem Alter. Es gab nur einen, der jünger war als Jesus, nämlich Johannes.

Der Meister sprach des Öfteren von seinem bevorstehenden Scheiden, und angesichts jener Ankündigung fragten sich jene Männer: "Wieso spricht Er von seinem bevorstehenden Hinscheiden, obwohl wir dem Ende näher sind?" Der Grund dafür war, dass die Jünger nicht begreifen konnten, dass jener Mensch, der voller Leben, Liebe und Kraft war, irdisch betrachtet sterben konnte. Sie konnten nicht begreifen, dass Jener, der vom Vater kam, aufhören könnte zu leben.

Aber Jesus sprach weiterhin von seinem Scheiden und fuhr fort, sich zu verabschieden, sodass jene Herzen sich an den Gedanken einer Trennung gewöhnten und verstanden, dass sie die Zeit nutzen und jenen kostbaren Samen im Herzen bewahren mussten. Da sagte einer zu seinem Meister: "Herr, wenn jemand Dich anzutasten versucht, werden wir dies verhindern." Worauf Jesus antwortete: "Was geschrieben steht, wird geschehen, und der Wille des Vaters wird in Erfüllung gehen. Denn eher werden Himmel und Erde vergehen, als dass sein Wort nicht in Erfüllung geht."

17. Die Jünger hörten verzagt und traurig zu und fragten sich innerlich, was sie schon tun könnten, wenn Er nicht mehr unter ihnen weilen würde. Wie würden sie allein unter den Menschen kämpfen können? Wie könnten sie dem Blinden Licht bringen, den Aussätzigen reinigen, den Toten auferwecken und den Sünder bekehren? Der Meister las ihre Gedanken, und sagte ihnen bei passender Gelegenheit: "Ihr werdet an meiner Stelle wie Schafe unter Wölfen zurückbleiben. Aber wenn ihr an Mich glaubt und auf dem Weg bleibt, werdet ihr nicht zugrunde gehen."

18. Meine Passion vollzog sich, mein Wort ging in Erfüllung, und meine Apostel fühlten ihren Mut und ihren Glauben schwinden, als sie Jesus im Olivengarten Blut schwitzen sahen, als ob er Angst hätte vor den Menschen ‒ Er, der die Macht in seinen Händen hatte.

Angesichts des schreienden Pöbels erwarteten sie, dass der Meister diesen verstummen lassen würde, da Er selbst die Besessenen zum Schweigen gebracht hatte. Und als die ruchlosen Hände den Rabbi ergriffen, um ihn zu verhaften, fragten die bestürzten Jünger: "Herr, warum hast Du Dich wie einen Verbrecher verhaften lassen, obwohl in Dir keinerlei Sünde ist?" Dann verbargen sie sich und ließen ihren Herrn im Stich. Doch Christus lehrte weiterhin, sowohl als Gott, als auch als Mensch. Denn Er wollte Mensch sein, um ein vollkommenes Vorbild zu geben und um den menschlichen Schmerz zu fühlen. In Ihm waren alle Ängste, die ganze Verlassenheit. Er empfing an seinem Körper alle Undankbarkeiten und Schändlichkeiten. Und dann kam die letzte Stunde.

19. Von der Höhe des Holzkreuzes herab suchten seine Augen unter der Menschenmenge seine Freunde, die Jünger, jene, die mit Ihm gelebt hatten, und die Ihn liebten und Ihm auf den Wegen gefolgt waren. Aber jene waren in der Todesstunde nicht da, seine körperlichen Augen sahen sie nicht. Nur Johannes, der Jüngste, war anwesend und stand der Mutter des Meisters bei. Dem Jünger gab Er seine letzte Botschaft, und Maria weihte Er in diesem Augenblick vor der ganzen Menschheit zur Universellen Mutter.

20. Alles war vollbracht.

21. Die Jünger, in Wehklagen und Trauer vereint, suchten Trost bei Maria. Doch der Meister, bereits zum Geistwesen geworden, machte Sich sichtbar. Er besuchte Maria und die heiligen Frauen, die den Aposteln von dem Zeugnis ablegten, woran sie zweifelten. Aber Jesus, der ihnen beweisen wollte, dass Er weiterhin unter ihnen weilte, suchte auch sie auf, um sich ihnen zu zeigen.

22. Die Apostel hielten sich bei einem bestimmten Anlass in einem Haus auf. Thomas war nicht unter ihnen. Während jene Männer sich ihren Erinnerungen überließen, kam der Meister durch die Mauern hindurch in das Haus und sagte zu ihnen: "Mein Friede sei mit euch." Das Erstaunen der Jünger war unbeschreiblich, als sie den Ton jener für sie einzigartigen Stimme erkannten.

23. Die Gestalt Jesu verschwand wieder und die Apostel berichteten Thomas die Neuigkeit voller Lebensmut und Freude. Doch jener verspottete seine Brüder. Und während er das Zeugnis bestritt, erschien Jesus erneut bei geschlossener Zimmertür im Raum mit dem Gruß: "Friede sei mit euch." Thomas, angesichts des Wunders, zuerst furchtsam, dann voller Reue, betrachtete die Gestalt Jesu, aber Zweifel quälten ihn. Da sagte der Meister zu ihm: "Komm her, Thomas, lege deine Finger in die Wunde an meiner Seite." Der ungläubige und materiell eingestellte Jünger legte sie hinein und konnte durch jene Wunde hindurch das Verheißene Land erblicken. Da fiel Thomas zu Füßen seines Meisters nieder und von Schmerz und Reue ergriffen bekannte er: "Herr, Herr, Du bist es." "Ja, Thomas, du bekennst jetzt, dass Ich es bin, weil du gesehen hast. Selig sind, die glauben, ohne zu sehen."

24. Volk: Das alles erlebt ihr jetzt. Ich kündige euch immer wieder meinen Abschied an. Ich befreie euch nach und nach von eurem Materialismus, damit ihr später keine Ungläubigen, Unwissenden oder Verwirrten seid.

25. Am letzten Tag meines Aufenthalts unter euch möchte Ich euch nicht die Haare raufen sehen, möchte Ich nicht, dass eure Münder ausrufen: "Warum gehst Du, Meister?"

26. Im letzten Augenblick möchte Ich euch in einen Mantel der Geistigkeit, der Gelassenheit und Andacht gehüllt sehen, voller Vertrauen darauf, dass Ich nicht weggegangen bin, dass Ich euch näher bin.

27. Ich habe euch gesagt, dass jedes sündige und nicht sündige Auge, Mich schauen wird. Die einen werden die Gestalt Jesu geistig sehen, andere werden meine Gegenwart in ihrem Herzen fühlen; manche werden mein Licht in ihrem Verstand wahrnehmen, und wieder andere werden Wunder auf ihrem Weg erleben. Ich werde Mich im Gebet und in den Prüfungen offenbaren. Doch wird es nicht nötig sein, dass ihr die menschliche Gestalt Jesu erblickt, sondern dass ihr Mich im Geist und im Herzen fühlt. Es wird keine Trauer herrschen, keine Leere noch Verlassenheit existieren, keinen Kummer noch Schluchzen geben.

28. Ich will, dass ihr euch bei meinem Scheiden vereint, damit ihr alle eure geistigen Kräfte vereint. Mit ihnen könnt ihr das vertreten, was der Meister euch mit seinem Wort gab.

29. Wenn unter euch eine wirkliche Vereinigung zustande kommt, wird es im Himmel und auf Erden Zeichen geben, und die Nationen werden dies erkennen.

30. Dies ist mein Lehrwort, dies ist mein Wort der Liebe und Unterweisung gewesen: eine immerwährende Liebkosung.

31. Ihr müsst euch immer besser vorbereiten, in dem Maß, in dem der Zeitpunkt näher kommt, in dem Ich nicht mehr durch das menschliche Verstandesvermögen zu euch spreche. Ihr sucht euch immer mehr von der geistigen Kraft zu sättigen, die mein Wort übermittelt. Der Materialismus ist auf seinem Höhepunkt. Bis heute hat die Welt gelebt, ohne Mich zu fühlen noch zu vernehmen. Es sind nur wenige, die vergeistigt leben, die mein Licht schauen und auf ihrem Weg vorankommen; aber wie viele befinden sich in der Finsternis. Manche sind in Erwartung meiner Wiederkunft, in ihnen lebt der Glaube, dass Christus wiederkehren wird, um Mensch zu werden.

32. Jünger, die ihr Mich vernommen habt: Die Aufgabe, die ihr zu erfüllen habt, habt ihr deutlich vor Augen: Den Menschen die Frohe Botschaft meines Kommens in dieser Zeit verkündigen und ihnen meine Offenbarungen und Lehren bekanntmachen. Ihr seid die Zeugen, die wissen, dass Ich zu euch in derselben Weise gekommen bin, in der Ich in der Zweiten Zeit zum letzten Mal gesehen wurde: im Geist.

33. Doch bevor ihr in der Lage sein werdet, von Geist zu Geist mit eurem Herrn Zwiesprache zu halten, wollte Ich Mich durch das Verstandesvermögen von schlichten, aber durch Mich begnadeten Menschen mitteilen, damit diese Kommunikation euch als Basis oder Vorbereitung für eure zukünftige Erhebung dienen würde.

34. Die menschliche Wissenschaft mit ihren Errungenschaften ist ein Beweis dafür, dass der Geist sich entwickelt hat, und obwohl der Weg anders ist, hat er in jedem Zeitalter die Spur seines Fortschritts hinterlassen. Der Tag wird kommen, an dem die Wissenschaften selbst zum Fortschritt des Geistes beitragen werden, denn alles ist auf dieses Ziel ausgerichtet. Ich sage euch, dass der wahre Wissenschaftler jener ist, der aus Liebe zu seinen Nächsten im Innersten der Schöpfung nach deren Geheimnissen sucht, bis er das göttliche Licht findet. Wer so arbeitet, wird sich niemals etwas auf sein Werk einbilden, er wird sich nur als ein Werkzeug des Schöpfers betrachten. Aus diesem Grund wird er niemals die Existenz Gottes leugnen.

35. Auch wird die Zeit kommen, in der die in ihren Zellen eingeschlossenen Mönche, diese verlassen, überzeugt von der Nutzlosigkeit ihrer Weltflucht und ihres Mystizismus. Sie werden unter den Menschen kämpfen, um den Zweck zu erfüllen, für den sie geschaffen wurden. Mit einem Wort: Sie werden dem geistigen Stillstand ein Ende bereiten, um den Weg des Fortschritts einzuschlagen.

36. Der Same der Vergeistigung ist der Same der Dritten Zeit, den Ich unter euch aussäe. Er wird der Menschheit das Geheimnis geben, um ein besseres Leben zu erlangen.

37. Seht, wie die Menschheit sich aus Mangel an Vergeistigung verkennt und sich entzweit. Sie selbst hat verschiedene Wege geschaffen, die die einen von den anderen entfernt haben. Ihr seid Zeugen dieser Verständnislosigkeit.

38. Erneut sage Ich euch, dass der Krieg unter den Menschen nicht zu Ende ist. Denn der Krieg der Ideologien, der Glaubensbekenntnisse und Religionen, der Philosophien und Doktrinen wird kommen, wobei jeder der einzige Besitzer der Wahrheit sein will, jeder gegenüber den anderen höher zu sein sucht.

39. Mein Opfer der Zweiten Zeit ist von dieser Menschheit noch nicht verstanden worden. Obwohl die meisten behaupten, Christus anzuerkennen, haben sie sich nicht in Mir anerkannt. Weshalb Mich auf verschlungenen Wegen suchen, wo Ich doch nur auf dem Weg der Sanftmut, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit gehe?

40. Um zu Mir zu gelangen ist es unerlässlich, eure Geschwister zu lieben.

41. Heute braucht ihr noch Geistliche, Richter und Lehrer. Doch wenn sich einmal eure geistige und moralische Verfassung erhöht hat, werdet ihr diese Stützen nicht mehr benötigen, noch diese Stimmen. In jedem Menschen wird ein Richter, ein Führer, ein Lehrer und ein Altar sein.

42. Ich will ein Volk ohne Riten, Verordnungen und Dogmen sehen, das den rechten Weg zu gehen versteht und das meine Liebeslehre lebt.

43. Diese Freiheit gebe Ich euch in der heutigen Zeit, denn ihr werdet nicht mehr bestimmten Kultformen unterworfen sein. Dies ist kein neuer Weg, sondern ein Teil desselben Weges, den Ich euch vorgezeichnet hatte, den ihr aber nicht kanntet. Studiert, dringt in meine Worte ein, und ihr werdet erkennen, dass in ihnen die Wahrheit ist.

44. Ich bin Liebe, und als Liebe schenke Ich Mich euch, ohne euch irgendeine Bedingung zu stellen. In den Zeiten, die ihr durchlebt, braucht ihr diesen Ansporn, diese Liebe, die über jeder menschlichen Zuneigung steht.

45. Um jene Erhebung zu erlangen, die euch mit meiner Göttlichkeit in Verbindung bringt, habt ihr es nicht mehr nötig, eure Sinne durch die Harmonie einiger musikalischer Töne zu stimulieren, oder angesichts von Riten oder materiellen Objekten in Erregung zu geraten. Denn euren Geist bewegt nur das, was zutiefst geistig ist. Immer, wenn ihr euer Herz öffnet, um euren Geist zu Mir zu erheben, erfahrt ihr dieses Gefühl von Frieden, der aus der Unendlichkeit herniederkommt.

46. Wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die nichts für ihre geistige Entwicklung tun? Wie können Menschenwesen existieren, die tiefer sinken als die untergeordneten oder vernunftlosen Wesen? Das vernunftlose Wesen sündigt nicht, denn es beschränkt sich nur darauf, seinen eigenen Gesetzen zu folgen. Der Mensch dagegen sündigt sehr wohl, weil er in sich einen Lichtgeist, ein Gewissen und eine Gabe der Intuition trägt.

47. Unter denen, die berufen sind, sich für dieses Werk einzusetzen, sind auch solche, die zeitweise den Weg vergessen, die das geistige Kennzeichen vergessen, mit dem der Herr sie gekennzeichnet hat, damit sie auf ihrem Weg nur Spuren des Friedens und Segens hinterlassen. Wie könnt ihr von der Stufe herabsteigen, auf die Ich euch gestellt habe? Das ist der Grund dafür, weshalb Ich fortwährend herabkomme, um zu euch zu sprechen, damit mein Wort gleich einem feinen Meißel die Rauheiten eures Herzens glättet, um euch begreiflich zu machen, dass die Verbindung mit Gott nicht zustande kommen kann, wenn ihr euch nicht vom Unreinen fernhaltet. Dann, wenn es euch gelingt, euer Denken über alles Negative zu erheben, und ihr Mich im Unendlichen sucht, werdet ihr ein seltsames Gefühl der Seligkeit erfahren. Dadurch werdet ihr erkennen, dass, wenn ihr Mich so sucht, die Barmherzigkeit des Vaters nicht zögern wird, sich in eurem Geist zu bekunden.

48. Wahrlich, in solchen Augenblicken seid ihr nicht in der materiellen Welt, obschon sich euer Körper auf Erden befindet. Der Geist hat sich erhoben und dabei jede materielle Verbindung gelöst, um in ein anderes Leben und einen anderen Raum einzugehen. Dort ist es, wo die Liebe des Vaters empfunden wird, wo der Friede und die Seligkeit seines Reiches erahnt wird.

49. Um in den Widerspenstigen diese Sehnsucht zu erwecken, verwandle Ich Mich in einen treuherzigen Weggefährten, bis Ich ihnen das Gute in ihrem Herzen fühlbar mache ‒ jenes Gefühl, das sie Werke vollbringen lassen wird, die sie Mir näherbringen werden. Wenn sie diesen Schritt einmal getan haben, haben sie die Unermesslichkeit des Feldes erblickt, das sich vor ihren Blicken ausbreitet und sie zur Arbeit und zum Kampf einlädt. Welche Beglückung spüren sie in ihrem Herzen, wenn sie all das begreifen, was sie sehenden Auges nicht erblickten und hörenden Ohres nicht vernahmen, weil für sie alles konfus war, und sie sich nicht bewusst waren, dass sie berufen waren, eine edle und heikle Mission zu erfüllen.

50. Euch allen sage Ich: Wenn ihr euch mit dem Meister zu identifizieren vermögt, werdet ihr das Elend der anderen immer mehr wie euer eigenes fühlen und werdet versuchen, an euren Geschwistern das zu tun, was ihr Mich an euch tun saht. Wenn ihr euch manchmal für unwürdig oder unbeholfen betrachtet, genügt es, wenn ihr Nächstenliebe fühlt und euch an Mich wendet, damit Ich das tue, was ihr nicht zu tun vermögt. Das Wichtigste ist, einen Anfang zu machen, auch wenn die Aufgabe zunächst unmöglich erscheint. Später werden Wunder geschehen, und der Glaube wird sich entzünden. Dann werden nach und nach die Hungernden, die Aussätzigen, die Zerlumpten und die Gescheiterten an eure Türen kommen, die Not in all ihren Formen.

Doch müsst ihr wachen und beten, denn die Versuchung und die Verführungen werden euch bedrängen und euch im Tausch für eure Vergeistigung die Welt anbieten. Auch werden solche kommen, die euch mit scheinbar großartigen Worten und Ideen zu betören versuchen. Die Lüste werden eure Körpermaterie in Versuchung führen und versuchen, sie dazu zu bringen, euren Geist zu schwächen. Ihr werdet allem die Stirn bieten müssen, manchmal allein, in anderen Fällen gemeinsam mit euren Geschwistern. Eure Waffen werden die Vorbereitung, der Glaube, das euch innewohnende Ziel, das Wissen sein, das ihr nach und nach vom Meister erhaltet.

51. So werdet ihr aus Menschen, die vom Leben besiegt wurden, zu starken Soldaten werden. Ihr werdet vorbereitet in die Zeit des Kampfes eintreten, den ihr derzeit erlebt. Euer Geist wird nicht verzagen, denn er wird fühlen, dass er diesen Kampf braucht, um sich zu läutern und zu erheben. Wahrlich, Ich sage euch, bei jedem, der Mir sein Werk als vollbracht vorweisen kann, wird dieses als seine letzte Arbeit innerhalb der Materie angenommen.

52. Alsdann, während euer Körper zu Staub wird und euer Geist, nun von seinem letzten menschlichen Gewand befreit, seine geistige Arbeit begonnen hat, wird er die Stufenleiter schauen, auf der er Schritt für Schritt die sieben Stufen emporsteigen wird, bis er zum Schoß des Vaters gelangt, welcher Macht, Gnade und Licht ist.

53. Seht: Obwohl ihr in so große Unvollkommenheit herabgesunken seid, während ihr die Wege der Welt in verschiedenen Körpern durchlaufen habt und dabei den Schmutz und die Unreinheit kennengelernt habt, wart ihr meiner Liebe würdig. Aber diese ganze lange Reise war die Erfahrung, die euer Geist machte, um den Wert, der meinen Gesetzen innewohnt, und den Wert, den das Geistige hat, schätzen zu können ─ um zu begreifen, dass die Entwicklung des Geistes die vollkommene Herrlichkeit und Befriedigung mit sich bringt. Darum habe Ich die Menschen immer auf diesen Weg eingeladen. Denn solange sie nicht zu ihm gelangen, wird das Leid sie weiterhin heimsuchen und die falschen Genüsse werden sie weiterhin geißeln.

54. Was Ich euch lehre, ist zum Wohl eines jeden, der meine Lehre umarmt, damit seine Taten ihn in den Meister von Morgen verwandeln, der meine Kraft und mein Licht weitergibt, welche die Verderbtheit der Welt überwinden müssen.

55. Die Schlechtigkeit hat in dieser Zeit vor den Menschen Abgründe der Verzweiflung aufgerissen.

56. Es gibt viele Werke unter den Menschen, die dem Anschein nach großartig und gut sind. Daher sage Ich euch: Wacht, damit ihr jeden Betrug bekämpfen könnt, in der Erkenntnis, dass euch eine unvergleichliche und wahre Größe innewohnt.

57. Welch größere Herrlichkeit gibt es, als das Gute mit anderen zu teilen und es auszuüben? Welch größere Herrlichkeit gibt es als die Liebe, die wir den Nächsten schenken können, deren Licht und Einfluss dazu beitragen kann, dass auch sie den Weg zur Vollkommenheit einschlagen? Welch größere Wonne gibt es für ihren Geist, als die Schwächen seiner Körpermaterie überwinden zu können, um von der Stufe, auf der er sich befindet, höher zu steigen?

58. Seit der Zweiten Zeit sprach Ich zu euch vom Geistigen Leben, und euer Geist verstand einen Teil von dem, was Ich sprach, und von dem Ziel, für das er bestimmt ist. Heute, da Ich euch erneut um Mich versammelt sehe, offenbare und erkläre Ich euch alles, was für euren Verstand unverständlich war. Und Ich sage euch noch einmal: Wer Mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach. Denn mein Kreuz bedeutet nicht Tod, sondern Liebe und Selbstlosigkeit, Opfer der überflüssigen Güter zum Wohl des Geistes.

59. Jünger, lasst die Kinder von heute mit meiner Lehre aufwachsen. Jeder, der mein Wort verstanden hat, soll seine Kinder mit hohen Idealen formen und alles Böse aus dem Herzen entfernen. Sät in sie den Samen des Guten, welcher Geistigkeit ist. Und wenn diese Kinder dann einmal genügend Auffassungsvermögen haben, um die Wirkkraft meiner Lehre zu begreifen, werden sie auf ihrem Weg nicht wanken, sondern ihr Schritt wird sicher sein und niemand wird sie täuschen können.

60. Wie eine Sonne, die Leben, Licht und Wärme ausstrahlt, habe Ich Mich auf alle ergossen. Doch jeder wird gemäß seiner Entwicklung oder Vorbereitung erlangen.

Mein Friede sei mit euch!